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Köln. David Breuer sitzt in seinem mit Pokalen geschmückten Wohnzimmer. Große Rennen hat er noch nicht gewonnen, aber vergangenes Jahr hat er es einige Male unter die ersten Zehn geschafft, vor allem auf der Mittelstrecke. „Ich habe schon viele gesehen, die sofort den Ironman versuchen. Das ist extrem geworden. Ich steigere mich langsam“, sagt Breuer. Er rät jedem die Fitness über verschiedene Distanzen aufzubauen Für viele Sportler lautet jedoch die einzig echte Herausforderung: Langdistanz. Ein Sport wie eine Visitenkarte.

1978 wurde der erste Triathlon über 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 42 Kilometer laufen auf Hawaii ausgetragen. Organisiert vom sportbegeisterten Navy-Offizier John Collins, der für sich und ein paar Gleichgesinnte eine besondere Herausforderung suchte. Vor dem ersten Dreikampf soll Collins gesagt haben: „Wer zuerst ins Ziel kommt, den werden wir den Ironman nennen!“ Die Geburtsstunde eines einzigartigen Markennamens, der bis heute Athleten in aller Welt in den Bann zieht.

„In meinem Rahmen ist das bestimmt nicht mehr gesundheitsfördernd. Wer fährt schon 500 Kilometer Rad in der Woche, läuft parallel noch 90 Kilometer und schwimmt dazu 30?“ Manchmal, wenn er morgens nach Hause komme, seine Frau noch schlafe und er bereits kilometerweit geschwommen sei, denke er, dass er eine Schraube locker habe. „Aber irgendwie ist das Ganze auch cool. Vielleicht muss man dafür gemacht sein und diesen Willen haben.“

Sein großes Ziel lautet, natürlich Hawaii. „Auch da ist die mentale Stärke am wichtigsten. Man sagt: 80 Prozent vom Ironman sind Kopfsache. Körperlich fit sind ja alle Profis. Deshalb ist am Ende entscheidend: Wer will es am meisten, wer kann sich am längsten quälen – und wer findet es am geilsten, sich acht Stunden in die Fresse zuhauen?“

Ein Auszug aus dem Text von: Katja Heer, DB Mobil 04/2019